Vaterstädtische Stiftung - Aktuelles

Aktuelles, Veranstaltungen und Informatives

Wohnungsvergabe
 

Eine frei gewordene Stiftswohnung in Eppendorf ist einer vor dem Krieg in der Ukraine geflohenen Familie zugeteilt worden. Wenn es das Wohnungsangebot zulässt sollen weitere Flüchtlinge aufgenommen werden

Veranstaltungen
 

Das während der Corona-Pandemie eingestellte Veranstaltungsprogramm für die Bewohner soll zu gegebener Zeit wieder aufgenommen werden. Die Ankündigungen erfolgen auf dieser Homepage und durch Aushänge in den einzelnen Stiften.

Historie und Öffentlichkeit
 

Die Vaterstädtische Stiftung ist eine traditionsbewusste Stiftung und stellt ihre Geschichte auf vielfältige Weise einem breiten Publikum vor. Dazu gehören seit 25 Jahren historische Stadtteilrundgänge und Vorträge in Hamburg wie auch im In- und Ausland. Mit Veranstaltungen wie dem "Tag des offenen Denkmals" 2012 und den "Hamburger Stiftungstagen" 2013 und 2017 konnte vor Ort mehreren hundert Interessenten die Geschichte vorgestellt werden. Auf verschiedenen Veranstaltungen in den Gemeinschaftsräumen der Stifte sind auch die heutigen Bewohner über die Historie ihres Wohnortes informiert worden

Die Geschichte der Vaterstädtischen Stiftung ist, beginnend mit ihrer Gründung 1849 aus dem Geist der Aufklärung heraus, wissenschaftlich erforscht worden. Mit ihren Prinzipien von religiöser Toleranz und demokratischer Gleichberechtigung hat sie neue Maßstäbe im Hamburger Stiftungswesen gesetzt und konnte in den folgenden Jahrzehnten dank der herausragenden Spendentätigkeit jüdischer Bürger zur größten ihrer Art ausgebaut werden. Jüdische und christliche Hamburger Bürger haben sich gemäß des paritätischen Gedankens gemeinsam im Vorstand der Stiftung dafür engagiert. Die einzelnen Stiftsgebäude stehen als Denkmäler der 1849 erlangten Gleichberechtigung der Juden in Hamburg, ganz im Sinne ihrer fortschrittlichen jüdischen Gründerväter, und in ihnen wurden ohne Berücksichtigung des Glaubens bedürftige Bewohner aufgenommen. Diese Erfolgsgeschichte wurde unter dem Nationalsozialismus mit seinen menschenverachtenden Antisemitismus zutieftst erschüttert. Die NS-Gesetzgebung und tiefgreifende Veränderungen innerhalb der Stiftung haben die humanitären Leitsätze in ihr Gegenteil verdreht. Einige jüdische Vorstandsmitglieder und sehr viele jüdische Bewohner sind in den Konzentrationslagern ermordet worden, worauf heute die Stolpersteine hinweisen.

Die Untersuchungen haben ein fragwürdiges Verhalten von zwei Vorstandmitgliedern der seit 1938 "arisierten" Stiftung während der NS-Zeit ans Licht gebracht, worauf der Vorstand vor einigen Jahren einen einstimmigen Beschluss fasste und die mit ihrem Namen bezeichneten beiden Stifte umbenannt hat. Über die Vaterstädtische Stiftung in der Nachkriegszeit ist hingegen noch wenig Konkretes bekannt. Diese Jahre sollen mit einer wissenschaftlichen Untersuchung umfassend erforscht und die Ergebnisse auf dieser Homepage veröffentlich werden.